|
| Kein Mitglied betrachtet dieses Thema |
|
Themenstatus: Aktiv Gesamtzahl Beiträge zu diesem Thema: 28
|
|
| Autor |
|
|
Schwarz Weisser Fangott Dabei seit: 28.09.2007 Beitragszähler: 592 Status: Offline |
Es ist nun etwa ein Jahr her, seit dem ich regelmäßig mit Freude und Begeisterung zum Sportklub gehe. Ich freue mich auch schon auf die kommenden Spiele, auf der FHT ebenso wie auf unseren Auswärtsmatches. Als ich zum Sportklub kam, war ich über die WSC - WSK Problematik sehr vage informiert. Inzwischen, nach Gesprächen und der Lektüre verschiedener schriftlicher Stellungnahmen, hat sich bei mir eine gewisse Sicht der Dinge heraus kristallisiert. Vielleicht ist jetzt, nach der Wahl eines neuen WSK Vorstands die Möglichkeit gekommen, diesen Konflikt wenn nicht zu lösen, so doch zu relativieren. Vielleicht kann dieser kleine Text auch ein Beitrag dazu sein. Wenn ich manche Punkte falsch sehe, so lasse ich mich gerne berichtigen. Der WSC ist nach drei Konkursen offensichtlich traumatisiert, was finanzielle Angelegenheiten betrifft. Das kann ich wohl nachvollziehen. Die Lösung des WSC (oder einige seiner RepräsentantInnen) scheint es zu sein, nur noch echten Hobbyfußball als WSC Projekt zulassen zu wollen. So weit ich informiert bin, funktionieren alle existierenden Sportsektionen des WSC strikt nach diesem Prinzip. Ich kann dieser Sichtweise schon etwas abgewinnen. Meine politische Auffassung ist ja nicht unbekannt und aus meiner Homepage auch ersichtlich. Kommerzialisierung ist sicher nicht die Patentlösung. Allerdings ergeben sich für mich doch einige Aber: Erfordert die Erhaltung des Platzes nicht doch einen gewissen Profibetrieb (oder zumindest solche Aspekte)? Gerade wenn es um Tradition, um Kontinuität geht, kann doch das Schicksal unseres Platzes nicht egal sein. Die Erhaltungskosten, so habe ich erfahren, belaufen sich pro Jahr auf 300.000 Euro. Wie soll das Geld aufgebracht werden, wenn eine reine Amateurmannschaft in der - sagen wir - 2. Klasse B vor ein paar dutzend Fans spielt? Schon um die nötigen Sponsorengelder aufzutreiben muss unser Verein in einer angemessenen Liga vor einer angemessenen großen Zuseherschar auf das Feld laufen. Wir wissen ja alle, dass unser Platz nicht ganz ungefährdet ist. Es soll zwar ein Wiener Sportstädten Gesetz existieren, welches einen Abriss nicht so einfach möglich macht. Aber der beste Schutz ist immer noch ein Sportklub, der in der RLO oder darüber kickt. Auch aus der Sicht des WSC wäre doch anzuerkennen, dass der Spielbetrieb des WSK zumindest die Existenz unseres Platzes sichert. Oder liege ich da so falsch? Diese nur-noch-Amateurfußball-Haltung kontrastiert auch mit der Bewunderung der glorreichen Vergangenheit. Wurde der WSC als Amateurverein österreichischer Meister, schlug er als solcher Juventus 7:0? Nein, er fungierte als Profiverein. Wer sagt: nur noch Amateurfußball sagt auch, solche Erfolge kann (oder darf es gar?) in Zukunft nicht mehr geben. Dass die Zukunft auf Dauer nur ein blasser Schatten der Vergangenheit sein soll, das kann ich so nicht teilen. Zudem gäbe es möglicherweise eine elegante Lösung für ein Zusammenwirken beider Vereine. Ich bin zwar kein Jurist, kenne das Österreichische Vereinsrecht aber einigermaßen. Nach Vereinsrecht können nicht nur tatsächliche Personen, sondern auch "juristische Personen" einem Verein betreten. Sowohl der WSC als auch der WSK ist eine solche juristische Person. Also kann der WSK dem WSC, wie auch umgekehrt, beitreten, ohne dass die jeweilige rechtliche und finanzielle Autonomie in Frage gestellt wird. Nur zur Verdeutlichung des Sachverhalts: Wenn Herr und Frau X Mitglied eines Vereines sind und zugleich einen Privatkonkurs anmelden, so geht das private finanzielle Desaster den Verein absolut nichts an. Das gilt analog für juristische Personen. Wenn also z.B. der WSK als juristische Person Mitglied beim WSC wird, bleiben Kassen und Strukturen getrennt, der WSK könnte aber, immerhin ist er ja dann Mitglied beim WSC, etwa als WSC Kampfmannschaft agieren. Für eine solche Lösung ist aber viel guter Willen nötig. Ist dieser vorhanden? Zu guter letzt ein Thema, das mir auch sehr wichtig ist. Sitting Bull hat in der letzte Ausgabe der ?FHT on tour? einen feinen Beitrag geschrieben, der verstehen lässt, warum vielen das Thema WSC so am Herzen liegt. Allen jenen, die ehrlich daran Interesse haben, dass es wieder den WSC auf dem Platz gibt, möchte ich etwas zu bedenken geben. Ich fürchte, so manche meinen, die Zeit arbeitet für den WSC. Der Vertrag zwischen beiden Vereinen, Wolfi hat ihn dankenswerter weise wieder ins Netz gestellt, läuft 2014 aus. Was ist dann? Hat der WSC zu diesem Zeitpunkt alle Trümpfe in der Hand? Ich vermute, das ist eine Illusion. Ich sehe es gerade umgekehrt. Überlegen wir ein wenig. Ein Verein, der nicht spielt, kann keine neuen Fans gewinnen, nur alte verlieren. Auch ein Verein, der spielt, kann Fans verlieren, aber er kann neue gewinnen. Sechs Jahre sind eine lange Zeit. In dieser Zeit, so hoffe ich, werden neue Menschen auf unseren Platz kommen. Wenn ich mich auf der FHT so umsehe, sehe ich viele junge Gesichter. Und wenn Sittig Bull von den "rauschenden Feste in der Rötzergasse" schreibt, so werden vielleicht in fünfzehn Jahren andere von den tollen Festen im Flag schwärmen. Es werden bittere Niederlagen, aber hoffentlich auch tolle Siege kommen. Es werden jahrelang Menschen zu den Spielen und Festen des WSK kommen. Je länger der WSK als WSK spielt, desto mehr Personen werden sich mit dem WSK identifizieren. Ich selbst bin ja selbst so ein Exemplar. Soll es wirklich möglich sein, dass sich 2014 ein Anwalt mit einem Vertrag in der Hand hinstellt und sagt: "So Leutln, das wars, ab jetzt seid ihr bestenfalls der FC Hernals"? Diese Situation müssen wir alle gemeinsam vermeiden. Irgendwie erscheint mir der WSC in Sachen Fußball als ausgesprochen passiv und abwartend. Das mag schon Gründe haben, eine Lösung ist es nicht. Ob momentan ein guter Zeitpunkt gegeben ist, das Problem WSC - WSK irgendwie zu entschärfen, kann ich nicht beurteilen. Vielleicht, zu hoffen wäre es. ---------------------------------------- Das bunte Avatar Bildchen ist ein Plattencover. "The Incredible String Band" (1966 - 1974) The best psychedelic folk band ever! More Infos: http://www.makingtime.co.uk/beglad/index1.htm ---------------------------------------- [Bearbeitet: 5 mal, zuletzt von karl_1 um 05.06.2008 18:49:26] |
||
|
|
Schwarz Weisser Fangott Dabei seit: 25.03.2006 Beitragszähler: 995 Status: Offline |
Lieber Karl, Du hast in Worten gefasst, was ich seit langem denke. Danke. Nur ein kleiner Widerspruch: Wurde der WSC als Amateurverein österreichischer Meister, schlug er als solcher Juventus 7:0? Nein, er fungierte als Profiverein. Ich hab mal einen guten Bericht vom Willy Weisch- ist im ORF für Sport(v.a. Fussball-)historie zuständig- über den Höhepunkt der WSC Vereinsgeschichte an diesem 1.10.1958 gesehen. Da wurde u.a. darüber berichtet, dass sich die Spieler nach der Arbeit ( ich glaub der Horak z.B.war Gaskassier, wenn ich mich nicht irre) im Lusthaus zur Mannschaftsbesprechung getroffen und sind dann gemeinsam zu Fuss zum Stadion rüber gegangen. Der Rest ist eh bekannt. Ich denke , dass es zu dieser Zeit in Österreich noch keinen Profifussball gab (eher Halbprofitum ), zumindest nicht in diesem Sinne wie wir ihn jetzt kennen. Aber ich lass mich da auch gerne berichtigen. ---------------------------------------- Tot el camp, es un clam, Som la gent blaugrana, tan se val d'on venim, |
||
|
|
Schwarz Weisser Fangott Dabei seit: 31.03.2006 Beitragszähler: 415 Status: Offline |
Lieber Karl, Du hast in Worten gefasst, was ich seit langem denke. Danke. Nur ein kleiner Widerspruch: Wurde der WSC als Amateurverein österreichischer Meister, schlug er als solcher Juventus 7:0? Nein, er fungierte als Profiverein. Ich hab mal einen guten Bericht vom Willy Weisch- ist im ORF für Sport(v.a. Fussball-)historie zuständig- über den Höhepunkt der WSC Vereinsgeschichte an diesem 1.10.1958 gesehen. Da wurde u.a. darüber berichtet, dass sich die Spieler nach der Arbeit ( ich glaub der Horak z.B.war Gaskassier, wenn ich mich nicht irre) im Lusthaus zur Mannschaftsbesprechung getroffen und sind dann gemeinsam zu Fuss zum Stadion rüber gegangen. Der Rest ist eh bekannt. Ich denke , dass es zu dieser Zeit in Österreich noch keinen Profifussball gab (eher Halbprofitum ), zumindest nicht in diesem Sinne wie wir ihn jetzt kennen. Aber ich lass mich da auch gerne berichtigen. in österreich wurde ab mitte der 20er profifußball gespielt, auch damals lösten sich vereine auf weil sie die verbindlichkeiten nicht mehr aufbringen konnten, die hertha aus favoriten zb scheiterte an einen 25000er stadion mit integrierten boxring in einer kurve. jene halbprofis die nicht bei der gemeinde od stadt beschäftigt waren kamen in den genuß zwar auch eine "fixe" stelle zu haben, waren aber zugleich werbeträger für den betrieb. ein käsesemmerl oder ein neues paar schuhe vom ec-cöp star ist ja was. übrigens haben die amateure im nationalsozialismus trotz ausgiebiger wettkampftouren, doping und trainingslager immer die arbeitsquote leicht übertroffen, zumindest bis es richtung befreiung ging... ---------------------------------------- -schlechtafilter activated- |
||
|
|
Schwarz Weisser Fangott Dabei seit: 14.04.2007 Beitragszähler: 131 Status: Offline |
Hallo Karl Geb dir völlig recht. Bin der Meinung, daß diese Geschichte nur von beiden Seiten gemeinsam gelöst werden kann. Hoffe, daß beide Seiten genug Weisheit und Größe zeigen, um die Zukunft gemeinsam bestreiten zu können. lg |
||
|
|
Schwarz Weisser Fangott Dabei seit: 23.01.2006 Beitragszähler: 615 Status: Offline |
hallo karl, dein langes posting bedürfte einer längeren antwort, damit kann ich einstweilen (zeitbedingt) nicht dienen. eines möchte ich aber schon kurz loswerden: im wiener sport-club waren sich alle verantwortlichen funktionäre und die mitglieder bei den letzten 2 MVs einig, dass der wsc keine "ausgegliederten" sektionen für sich spielen lassen wird, dass es nur innerhalb des wsc auch sport mit dem prädikat wsc geben kann. und auch wenn es juristisch möglich wäre dass der wsk mitglied beim wsc wird, so ist das - zumindest für das aktuelle präsidium und den vorstand - keine denkbare variante. der wsc will sich im schlimmsten fall nicht abputzen und die gläubiger im regen stehen lassen, nur weil man ihm rechtlich nichts anhaben könnte. diesen zugang haben wir zur sache einfach nicht. wenn der wsc wieder fußball spielen wird, dann nur mit der notwendigen sorgfalt und der notwendigen verantwortung den anderen sektionen gegenüber. mfg rainer müllauer |
||
|
|
Schwarz Weisser Fangott Dabei seit: 25.03.2006 Beitragszähler: 711 Status: Offline |
damit kann ich einstweilen (zeitbedingt) nicht dienen. Dafür bist im WSK/Funktionäre-Anpatz-Thread nebenan aber ziemlich aktiv... ---------------------------------------- 28.Juni 1969 Wiener Sport-Club - Djurgårdens IF 6:0 (1:0) Praterstadion, 8.000 Zuschauer 1:0 Buzek (5.), 2:0 Buzek (57.), 3:0 Buzek (65.), 4:0 Gayer (76.), 5:0 Hörmayer (79.), 6:0 N.Hof (85.) |
||
|
|
Schwarz Weisser Fangott Dabei seit: 23.01.2006 Beitragszähler: 615 Status: Offline |
damit kann ich einstweilen (zeitbedingt) nicht dienen. Dafür bist im WSK/Funktionäre-Anpatz-Thread nebenan aber ziemlich aktiv... stimmt, danke für den hinweis, ich werde mich dort ein wenig zurücknehmen. mfg |
||
|
|
Schwarz Weisser Fangott Dabei seit: 26.03.2006 Beitragszähler: 398 Status: Offline |
stimmt, danke für den hinweis, ich werde mich dort ein wenig zurücknehmen. mfg dein Wort in Gottes OHR!!!! bin entäuscht.... MSWG dave ---------------------------------------- WIENERSPORTCLUB so schreibt man das!!!!! Remember 07.03.2011 |
||
|
|
Schwarz Weisser Fangott Dabei seit: 28.09.2007 Beitragszähler: 592 Status: Offline |
im wiener sport-club waren sich alle verantwortlichen funktionäre und die mitglieder bei den letzten 2 MVs einig, dass der wsc keine "ausgegliederten" sektionen für sich spielen lassen wird, dass es nur innerhalb des wsc auch sport mit dem prädikat wsc geben kann. Lieber Rainer! Danke einmal für die klare Information. Ich habe befürchtet, dass der WSC (oder viele seiner Mitglieder) einen solchen Standpunkt einnehmen. Das bedeutet im Klartext, dass der WSC an einem Kompromiss kaum interessiert sein dürfte. Aber geht es ohne Kompromisse? Nur zur Klarstellung: Die Idee, dass der WSK dem WSC beitritt ist meine höchstpersönliche. Ich weiß nicht, was der Vorstand und andere WSK Mitglieder darüber denken. Ich dachte nur, das wäre eventuell ein Weg, doch zu einer Zusammenarbeit zu kommen. Im übrigen sind solche Konstruktionen in Wirtschaft, Wissenschaft, Kulturbereich usw. weit verbreitet. Daher finde ich auch dein Argument, der WSC möchte nicht als unverantwortlich dastehen, nicht so ganz überzeugend und ein wenig vorgeschoben. liebe Grüße Karl ---------------------------------------- Das bunte Avatar Bildchen ist ein Plattencover. "The Incredible String Band" (1966 - 1974) The best psychedelic folk band ever! More Infos: http://www.makingtime.co.uk/beglad/index1.htm ---------------------------------------- [Bearbeitet: 1 mal, zuletzt von karl_1 um 06.06.2008 12:38:26] |
||
|
|
Schwarz Weisser Fangott Dabei seit: 23.01.2006 Beitragszähler: 615 Status: Offline |
Das bedeutet im Klartext, dass der WSC an einem Kompromiss kaum interessiert sein dürfte. Aber geht es ohne Kompromisse? Hallo Karl, höchstwahrscheinlich geht nichts ohne Kompromisse, aber hinsichtlich einer ausgegliederten Sektion gibt es keine Verhandlungsbasis mit dem WSC. Ganz oder gar nicht. Mit freundlichen Grüßen, Rainer Müllauer |
||
|
|
|
|
|
19.05.2012 14:12:00 |